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16.02.2026

Steuerberatung: Steuerberaterkammer fordert Stärkung des Fremdbesitzverbots

Die zunehmenden Aktivitäten finanzstarker, internationaler Finanzinvestoren in Deutschland sind mehreren Organisationen der Freien Berufe ein Dorn im Auge. Anlässlich der anstehenden Beratungen im Finanzausschuss des Bundesrates am 19.02.2026 zum Neunten Steuerberatungsänderungsgesetz (StBÄndG) wenden sie sich an den Gesetzgeber und fordern, das Fremdbesitzverbot der Freien Berufe spürbar zu stärken. Initiatorin der gemeinsamen Erklärung ist die Bundessteuerberaterkammer (BStBK).

Im Fokus der Kritik stehen ihren Angaben zufolge Umgehungskonstruktionen, bei denen berufsfremde Investoren über Beteiligungs-, Ketten- oder Holdingmodelle faktisch Einfluss auf die Berufsausübung gewinnen. Die Unterzeichner des Schreibens an den Gesetzgeber sähen darin eine ernsthafte Gefahr für die Unabhängigkeit der Freien Berufe – und damit für den Verbraucherschutz in sensiblen Bereichen wie Steuerberatung, Recht, Gesundheit und anderen Freien Berufen.

"Wer einen Steuerberater, eine Ärztin, einen Rechtsanwalt, eine Ingenieurin oder andere Freie Berufe aufsucht, erwartet unabhängigen Rat – und keine Renditeziele im Hintergrund. Dieses Vertrauen ist ein hohes Gut und darf nicht zur Handelsware auf internationalen Finanzmärkten werden", betont BStBK-Präsident Hartmut Schwab.

Der Regierungsentwurf des 9. StBÄndG verzichte aber auf die Absicherung des Fremdbesitzverbotes. Daher sei nun der Bundesrat gefordert, die Grundprinzipien der Unabhängigkeit und Eigenverantwortung von Steuerberatern zu stärken. Es gehe um die Sicherung regionaler Strukturen und die Zukunft eines Berufsstands, der für die Länder eine zentrale Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Steuerverwaltung darstellt.

"Die Freien Berufe tragen Verantwortung für Menschen – nicht für Fondsrenditen. Wer ihre Unabhängigkeit relativiert, riskiert langfristig den hohen Vertrauensgrad, der unsere Arbeit auszeichnet. Gerade in Zeiten wie diesen gilt es, die tragende Säule des Rechtsstaats, der Wirtschaft und des Gemeinwohls zu schützen", so Schwab.

Die Unterzeichner appellieren laut BStBK an den Gesetzgeber, aktuelle Gesetzgebungsverfahren zur Absicherung des Fremdbesitzverbotes zu nutzen. Konkret fordern die Organisationen die Landesregierungen auf, über ihr Votum zum 9. StBÄndG am 06.03.2026 im Bundesrat das Fremdbesitzverbot konsequent zu stärken und Umgehungskonstruktionen effektiv zu unterbinden.

Bundessteuerberaterkammer, PM vom 13.02.2026